Glossar: Psychische Gefährdungsbeurteilung
41 Fachbegriffe erklärt: Von COPSOQ bis Work Ability Index, von ArbSchG bis Burnout. Das umfassende Nachschlagewerk für HR-Manager, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsräte.
Nach Kategorien
Alle Begriffe von A-Z
A
Arbeitsinhalt / Arbeitsaufgabe
GDA-GestaltungsbereicheArbeitsinhalt ist der erste GDA-Merkmalsbereich: Er bewertet Handlungsspielraum, Aufgabenvollständigkeit, Variabilität und emotionale Anforderungen der Arbeit.
Arbeitsorganisation
GDA-GestaltungsbereicheArbeitsorganisation ist der zweite GDA-Merkmalsbereich: Er bewertet Zeitdruck, Unterbrechungen, Schichtarbeit, Erreichbarkeit und die Klarheit von Aufgaben.
Arbeitsumgebung
GDA-GestaltungsbereicheArbeitsumgebung bildet den vierten GDA-Merkmalsbereich: Lärm, Beleuchtung, Raumklima und Ergonomie beeinflussen die psychische Beanspruchung der Beschäftigten.
ArbSchG
RechtlicheArbSchG (Arbeitsschutzgesetz)
Das ArbSchG verpflichtet in §5 zur Gefährdungsbeurteilung — seit 2013 schließt dies psychische Belastungen ausdrücklich ein und ist behördlich überprüfbar.
ArbStättV
RechtlicheArbStättV (Arbeitsstättenverordnung)
Die ArbStättV regelt Beleuchtung, Raumklima und Lärm — Umgebungsfaktoren mit direktem Einfluss auf psychische Belastung und Konzentrationsfähigkeit.
ArbZG
RechtlicheArbZG (Arbeitszeitgesetz)
Das ArbZG begrenzt die tägliche Arbeitszeit auf 10 Stunden und schreibt 11 Stunden Ruhezeit vor — Arbeitszeit ist ein zentraler Faktor in der GBU Psych.
ASA
BetrieblicheASA (Arbeitsschutzausschuss)
Der ASA ist ab 20 Beschäftigten Pflicht nach §11 ASiG: Arbeitgeber, Betriebsrat, Betriebsarzt und Sifa beraten sich quartalsweise zu Arbeitsschutz und GBU.
ASiG
RechtlicheASiG (Arbeitssicherheitsgesetz)
Das ASiG schreibt die Bestellung von Betriebsärzten und Sifa vor — beide unterstützen den Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung und im Arbeitsschutz.
B
BEM
BetrieblichesBEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)
Das BEM ist ab 42 Krankheitstagen Pflicht (§167 SGB IX) — ein strukturiertes Verfahren zur Wiedereingliederung und Vermeidung erneuter Arbeitsunfähigkeit.
BG
BetrieblicheBerufsgenossenschaft (BG)
Die Berufsgenossenschaft ist die gesetzliche Unfallversicherung der Betriebe — sie berät zur Prävention und übernimmt Rehabilitation nach Arbeitsunfällen.
Betriebsarzt
BetrieblicheDer Betriebsarzt berät arbeitsmedizinisch, wirkt bei der Gefährdungsbeurteilung mit, führt Vorsorgeuntersuchungen durch und begleitet Wiedereingliederungen.
Betriebsrat
BetrieblicheDer Betriebsrat hat Mitbestimmungsrecht beim Gesundheitsschutz (§87 BetrVG) — er muss bei der GBU Psych einbezogen werden und gestaltet Methode und Ablauf mit.
BetrVG
RechtlicheBetrVG (Betriebsverfassungsgesetz)
Das BetrVG sichert dem Betriebsrat in §87 Abs. 1 Nr. 7 ein Mitbestimmungsrecht beim Gesundheitsschutz — er gestaltet Methode und Ablauf der GBU Psych mit.
BGM
BetrieblichesBGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement)
BGM verbindet Arbeitsschutz, Betriebliches Eingliederungsmanagement und Gesundheitsförderung zu einer Strategie für Gesundheit und Produktivität im Betrieb.
Boreout-Syndrom
PsychischeBoreout entsteht durch chronische Unterforderung und Desinteresse — es kann gesundheitlich ähnlich schwerwiegend sein wie Burnout und wird oft nicht erkannt.
Burnout-Syndrom
PsychischeBurnout ist ein ICD-11-anerkanntes Syndrom aus Erschöpfung, Zynismus und Leistungsabfall durch anhaltende Überlastung im Beruf ohne ausreichende Erholung.
D
DGUV
RechtlicheDGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)
Die DGUV ist Spitzenverband der Berufsgenossenschaften, erlässt Arbeitsschutzvorschriften und berät Unternehmen und Versicherte kostenlos zur Prävention.
DIN EN ISO 10075
NormenDie DIN EN ISO 10075 definiert das Belastungs-Beanspruchungs-Modell und legt Anforderungen an Messmethoden für psychische Belastung am Arbeitsplatz fest.
Dokumentationspflicht
RechtlicheDie Dokumentationspflicht (§6 ArbSchG) fordert schriftliche Aufzeichnung von Gefährdungsbeurteilung, Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle als Prüfnachweis.
G
GBU Psych
ErhebungsinstrumenteGBU Psych (Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung)
GBU Psych ist die seit 2013 in §5 ArbSchG vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung — Kernpflicht für alle Arbeitgeber in Deutschland.
GDA
RechtlicheGDA-Leitlinie (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie)
Die GDA-Leitlinie definiert 7 Prozessschritte für die psychische Gefährdungsbeurteilung und legt fest, welche Erhebungsinstrumente als anerkannt gelten.
Gefährdungsbeurteilung
RechtlicheDie Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG ermittelt alle Gefährdungen systematisch — seit 2013 auch ausdrücklich psychische Belastungen am Arbeitsplatz.
I
IMPULS
ErhebungsinstrumenteIMPULS-Test
Der IMPULS-Test ist ein österreichisches Selbstbewertungsverfahren auf KFZA-Basis für die anonyme Erfassung psychischer Belastungen im Team.
ISTA
ErhebungsinstrumenteISTA (Instrument zur stressbezogenen Tätigkeitsanalyse)
Das ISTA erfasst stressbezogene Tätigkeitsmerkmale wie Regulationsbehinderungen und Zeitdruck mittels Befragung und strukturierter Beobachtung.
P
Prüfquote 5%
RechtlicheAb 2026 kontrolliert die GDA mindestens 5% aller Betriebe auf ordnungsgemäße GBU Psych — bei Mängeln drohen Anordnungen und Bußgelder bis zu 30.000 Euro.
Psychische Beanspruchung
ArbeitspsychologiePsychische Beanspruchung ist die individuelle Reaktion auf Belastung: Je nach Person führt dieselbe Situation zu Aktivierung oder zu Stress und Erschöpfung.
Psychische Belastung
ArbeitspsychologiePsychische Belastung ist laut ISO 10075 wertneutral: Sie beschreibt alle äußeren Einflüsse auf den Menschen, unabhängig davon, ob diese schaden oder aktivieren.
psyGA
ErhebungsinstrumentepsyGA (Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt)
psyGA ist eine BMAS-Initiative, die Unternehmen kostenlose Handlungshilfen, Checklisten und eLearning zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz bereitstellt.
R
Resilienz
ArbeitspsychologieResilienz ist psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen — sie lässt sich durch Stressmanagement, Achtsamkeit und soziale Unterstützung stärken.
Ressourcen
ArbeitspsychologieRessourcen sind persönliche, soziale und organisationale Schutzfaktoren wie Handlungsspielraum oder Anerkennung, die Stressoren und deren Folgen abpuffern.
S
SALSA
ErhebungsinstrumenteSALSA (Salutogenetische Subjektive Arbeitsanalyse)
Der SALSA-Fragebogen kombiniert salutogenetisch die Analyse psychischer Belastungen mit der Erfassung von Ressourcen und Schutzfaktoren am Arbeitsplatz.
SiBe
BetrieblicheSicherheitsbeauftragter (SiBe)
Der SiBe ist ab 20 Beschäftigten Pflicht (§22 SGB VII) — ein ehrenamtlicher Mitarbeitender, der Mängel erkennt, meldet und auf sicheres Verhalten hinweist.
Sifa
BetrieblicheSifa (Fachkraft für Arbeitssicherheit)
Die Sifa ist die nach §5 ASiG bestellte Fachkraft für Arbeitssicherheit — sie berät bei Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsgestaltung und Unfallverhütung.
Soziale Beziehungen
GDA-GestaltungsbereicheSoziale Beziehungen bilden den dritten GDA-Merkmalsbereich: Führungsverhalten, Kollegialität und soziale Unterstützung werden als Belastungsquellen bewertet.
SPA
ErhebungsinstrumenteSPA (Screening psychischer Arbeitsbelastung)
Das SPA ist ein Kurzscreening, das psychische Belastungsschwerpunkte im Betrieb schnell aufzeigt und als Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung dient.
Stressoren
ArbeitspsychologieStressoren sind physische, psychische und soziale Faktoren wie Zeitdruck oder Konflikte, die Stress auslösen und in der GBU Psych systematisch erfasst werden.