Psychische Beanspruchung bezeichnet nach DIN EN ISO 10075-1 "die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen".
Das Waage-Prinzip
Beanspruchung entsteht aus dem Zusammenspiel von:
- Belastung (externe Faktoren)
- Individuelle Ressourcen (Kompetenz, Erfahrung, Konstitution)
Gleiche Belastung = unterschiedliche Beanspruchung!
Positive Beanspruchungsfolgen
- Aufwärmung/Aktivierung
- Übung und Lerneffekte
- Kompetenzerwerb
- Flow-Erleben
Negative Beanspruchungsfolgen
Kurzfristig:
- Ermüdung
- Monotonie
- Sättigung
- Stress
Langfristig:
- Erschöpfung
- Burnout
- Psychische Erkrankungen
- Körperliche Beschwerden
Einflussfaktoren auf die Beanspruchung
- Qualifikation und Erfahrung
- Persönlichkeit und Coping-Strategien
- Aktueller Gesundheitszustand
- Soziale Unterstützung
- Erholungsmöglichkeiten
Bedeutung für die Gefährdungsbeurteilung
Die psychische Gefährdungsbeurteilung erfasst primär Belastungen. Bei der Maßnahmenentwicklung sollten jedoch auch individuelle Beanspruchungsfaktoren berücksichtigt werden.