Warum die GB Psych bei Veränderungen besonders wichtig ist
Restrukturierungen, Fusionen, Standortschließungen oder Digitalisierungsprojekte sind Hochrisiko-Phasen für die psychische Gesundheit:
- Unsicherheit über die eigene Zukunft
- Neue Anforderungen und Arbeitsweisen
- Verlust von Kollegen und eingespielten Teams
- Oft gleichzeitig erhöhte Arbeitsbelastung
Paradoxerweise wird die GB Psych in solchen Phasen oft vernachlässigt – „es ist ja gerade so viel los". Ein Fehler, der teuer werden kann.
Typische Belastungsfaktoren bei Veränderungen
1. Arbeitsplatzunsicherheit
- Angst vor Kündigung oder Versetzung
- Unklarheit über die eigene Rolle nach dem Change
- Sorge um die wirtschaftliche Existenz
- Gerüchte und Spekulationen
2. Kontrollverlust
- Entscheidungen werden „von oben" getroffen
- Gewohnte Strukturen brechen weg
- Gefühl der Machtlosigkeit
- Keine Möglichkeit, den Prozess zu beeinflussen
3. Erhöhte Arbeitsintensität
- Tagesgeschäft plus Change-Aufgaben
- Mehrarbeit durch Personalabbau
- Einarbeitung in neue Systeme und Prozesse
- Doppelte Strukturen in Übergangsphasen
4. Soziale Belastungen
- Trennung von geschätzten Kollegen
- Neue Teamzusammensetzungen
- Führungswechsel
- Verschlechtertes Betriebsklima
5. Sinnverlust und Wertekonflikte
- Identifikation mit dem Unternehmen leidet
- Frühere Zusagen werden nicht eingehalten
- Vertrauensverlust in die Führung
Wann die GB Psych durchführen?
VOR dem Change
Eine Baseline-Erhebung vor Beginn der Veränderungen:
- Dokumentiert den Ausgangszustand
- Ermöglicht späteren Vergleich
- Identifiziert bereits bestehende Belastungen
WÄHREND des Change
Regelmäßige Kurzerhebungen (Pulsbefragungen):
- Früherkennung von kritischen Entwicklungen
- Schnelles Gegensteuern möglich
- Signal an Mitarbeiter: „Wir achten auf euch"
NACH dem Change
Abschlusserhebung nach Stabilisierung:
- Bewertung der Veränderungsauswirkungen
- Identifikation von Nachsteuerungsbedarf
- Lessons Learned für künftige Prozesse
Maßnahmen bei Veränderungsprozessen
Kommunikation
- Früh und ehrlich informieren: Auch wenn noch nicht alles feststeht
- Regelmäßige Updates: Informationsvakuum vermeiden
- Dialog ermöglichen: Fragen zulassen, Sorgen ernst nehmen
- Gerüchten entgegenwirken: Aktiv und transparent kommunizieren
Beteiligung
- Mitarbeiter in Gestaltung einbeziehen, wo möglich
- Arbeitsgruppen zur Prozessgestaltung
- Feedback-Kanäle einrichten
- Betriebsrat eng einbinden
Unterstützung
- Qualifizierungsangebote für neue Anforderungen
- Psychologische Beratungsangebote
- Führungskräfte als Ansprechpartner schulen
- Outplacement-Beratung bei Personalabbau
Arbeitsorganisation
- Realistische Planung der Change-Aufgaben
- Entlastung vom Tagesgeschäft für Projektbeteiligte
- Klare Prioritäten setzen
- Überlastung vermeiden
Fazit
Change-Prozesse sind Stressoren – aber mit der richtigen Begleitung können sie auch Chancen sein. Eine systematische GB Psych hilft, Belastungen früh zu erkennen und gegenzusteuern. SafeMind unterstützt Sie mit schnellen Pulsbefragungen und automatischen Alerts.



