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Branchen & Szenarien 10 min Lesezeit

GB Psych bei Remote Work: Homeoffice und hybrides Arbeiten

Psychische Gefährdungsbeurteilung für Remote Work und Homeoffice: Besondere Belastungsfaktoren, rechtliche Anforderungen und praktische Lösungen.

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Fachredaktion Arbeitsschutz

TL;DR – Das Wichtigste in Kürze

  • Die GB Psych gilt auch für Homeoffice und mobiles Arbeiten
  • Remote Work bringt spezifische Belastungsfaktoren mit sich (Entgrenzung, Isolation, Technostress)
  • Digitale Befragungstools ermöglichen problemlose Einbindung aller Mitarbeiter
  • Maßnahmen müssen auf die besondere Situation von Remote Workers zugeschnitten sein
Mitarbeiterin im Homeoffice bei der Arbeit

Gilt die GB Psych auch für Homeoffice?

Ja, die psychische Gefährdungsbeurteilung gilt auch für Telearbeit, Homeoffice und mobiles Arbeiten.

Das Arbeitsschutzgesetz unterscheidet nicht nach Arbeitsort. Wo immer Beschäftigte tätig werden, müssen die Arbeitsbedingungen beurteilt werden – auch im heimischen Arbeitszimmer oder unterwegs.

Rechtliche Grundlagen

  • § 5 ArbSchG: Gefährdungsbeurteilung für alle Tätigkeiten
  • Arbeitsstättenverordnung: Gilt für Telearbeitsplätze (regelmäßig, vom Arbeitgeber eingerichtet)
  • Mobile Arbeit: Weniger reguliert, aber GB Psych-Pflicht besteht

Besondere Belastungsfaktoren bei Remote Work

1. Entgrenzung von Arbeit und Privatleben

  • Fehlende räumliche Trennung
  • Ständige Erreichbarkeit
  • Schwierigkeiten beim "Abschalten"
  • Konflikte zwischen Arbeit und Familie

2. Soziale Isolation

  • Weniger spontaner Austausch mit Kollegen
  • Gefühl der Vereinsamung
  • Eingeschränktes Zugehörigkeitsgefühl
  • Fehlende informelle Kommunikation

3. Technostress

  • Permanente Video-Calls ("Zoom-Fatigue")
  • Technische Probleme ohne direkte IT-Unterstützung
  • Überflutung durch digitale Kommunikationskanäle
  • Angst, technisch nicht mithalten zu können

4. Führung auf Distanz

  • Weniger direktes Feedback
  • Schwierigkeiten bei der Einschätzung der Arbeitsbelastung
  • Gefühl der fehlenden Unterstützung
  • Unsicherheit über Erwartungen

5. Ergonomische Belastungen

  • Oft suboptimale Arbeitsplatzausstattung zu Hause
  • Fehlende Beratung durch Arbeitsschutzexperten
  • Bewegungsmangel durch Wegfall des Arbeitswegs

Durchführung der GB Psych bei Remote Work

Methode

Für Remote Workers eignen sich besonders:

  • Online-Fragebögen: Unabhängig vom Standort durchführbar
  • Video-Workshops: Gemeinsame Analyse trotz räumlicher Distanz
  • Virtuelle Interviews: Für tiefergehende Gespräche

Zusätzliche Fragen für Remote Work

Ergänzen Sie Ihre Befragung um spezifische Fragen:

  • Wie gelingt die Trennung von Arbeit und Privatleben?
  • Fühlen Sie sich ausreichend in das Team eingebunden?
  • Wie bewerten Sie die Kommunikation mit Vorgesetzten?
  • Wie ist Ihr häuslicher Arbeitsplatz ausgestattet?
  • Erleben Sie Technostress?

Maßnahmen für Remote Workers

Gegen Entgrenzung

  • Klare Regelungen zu Erreichbarkeit und Arbeitszeiten
  • "Right to disconnect" etablieren
  • Keine E-Mails oder Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit
  • Bewusste Pausen fördern

Gegen Isolation

  • Regelmäßige Präsenztage oder Team-Events
  • Virtuelle Coffee-Breaks
  • Buddy-Systeme für neue Mitarbeiter
  • Aktive Gesprächsangebote durch Führungskräfte

Gegen Technostress

  • Meetingfreie Zeiten definieren
  • Kamera-Pflicht bei Video-Calls hinterfragen
  • Technischen Support verbessern
  • Schulungen zu digitalen Tools anbieten

Für bessere Führung auf Distanz

  • Regelmäßige 1:1-Gespräche einführen
  • Klare Zielvereinbarungen
  • Führungskräfte in Remote Leadership schulen
  • Ergebnisorientierung statt Präsenzkultur

Besonderheit: Hybride Arbeitsmodelle

Bei hybriden Modellen (Wechsel zwischen Büro und Homeoffice) entstehen zusätzliche Herausforderungen:

  • Unterschiedliche Informationsstände je nach Anwesenheit
  • Gefahr der "Zwei-Klassen-Gesellschaft"
  • Koordinationsaufwand für Teams

Empfehlungen

  • Klare Regelungen, wann Präsenz erwartet wird
  • Hybride Meeting-Formate optimieren
  • Dokumentation verbessern
  • Fairness zwischen Präsenz- und Remote-Mitarbeitern sicherstellen

Fazit

Remote Work ist gekommen, um zu bleiben. Die psychische Gefährdungsbeurteilung muss diese Realität abbilden. SafeMind ermöglicht die nahtlose Einbindung aller Mitarbeiter – egal wo sie arbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Gilt die GB Psych auch für Homeoffice-Mitarbeiter?

Ja, die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung gilt für alle Beschäftigten, unabhängig vom Arbeitsort. Auch Remote Workers müssen einbezogen werden.

Wie erreiche ich Remote Workers bei der Befragung?

Digitale Befragungstools wie SafeMind ermöglichen die Teilnahme von überall. Ein Link genügt für die anonyme Teilnahme.

Muss ich für jeden Heimarbeitsplatz eine separate Beurteilung machen?

Nein, Remote Worker können als Tätigkeitsgruppe zusammengefasst werden. Spezifische Belastungsfaktoren sollten aber erfasst werden.

Glossar-Begriffe in diesem Artikel