Was ist Burnout?
Burnout bezeichnet einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung als Folge von chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress am Arbeitsplatz. Die WHO führt Burnout in der ICD-11 (QD85) als „Ausgebranntsein", und zwar im Kapitel „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen", nicht als eigenständige Diagnose (WHO, Mitteilung vom 28.05.2019: „Burn-out an occupational phenomenon"). In der Praxis mündet Burnout häufig in Depressionen oder Anpassungsstörungen und verursacht lange Ausfälle.
Warnsignale
Burnout entwickelt sich schleichend. Typische Dimensionen sind:
- Emotionale Erschöpfung – das Gefühl, ausgelaugt und kraftlos zu sein.
- Zynismus & Distanzierung – innere Abkehr von Arbeit und Kolleg:innen.
- Reduzierte Leistungsfähigkeit – das Gefühl, nichts mehr zu schaffen.
Verhältnis- vs. Verhaltensprävention
Wirksame Prävention unterscheidet zwei Ebenen:
- Verhältnisprävention setzt an den Arbeitsbedingungen an – Arbeitsintensität, Handlungsspielraum, Führung, Rollenklarheit. Das ist der zentrale Hebel des Arbeitgebers.
- Verhaltensprävention setzt am Individuum an – Stressmanagement, Resilienztrainings, Achtsamkeit. Sie ergänzt, ersetzt aber nicht die Verhältnisprävention.
Obstkörbe und Yoga-Kurse allein verhindern keinen Burnout, wenn die Arbeitsbedingungen krank machen. Die Ursachen liegen meist in der Verhältnisebene.
Wirksame Maßnahmen für Arbeitgeber
- Arbeitsintensität und Termindruck realistisch gestalten
- Handlungs- und Entscheidungsspielräume erweitern
- Rollen und Verantwortlichkeiten klären (Rollenkonflikte reduzieren)
- Gesunde Führung und Anerkennungskultur fördern
- Erreichbarkeit begrenzen und Erholungszeiten sichern
Die Gefährdungsbeurteilung als Präventionswerkzeug
Welche dieser Faktoren in einem konkreten Unternehmen tatsächlich belasten, lässt sich nicht raten – es muss gemessen werden. Genau das leistet die psychische Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG: Sie erfasst systematisch die psychischen Belastungsquellen und macht sie zur Grundlage gezielter Maßnahmen.
So wird aus einer gesetzlichen Pflicht das wirksamste Instrument der Burnout-Prävention. Mehr zur psychischen Gefährdungsbeurteilung →


