Was ist Burnout?
Burnout bezeichnet einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung als Folge von chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress am Arbeitsplatz. Die WHO führt Burnout in der ICD-11 (QD85) als „Ausgebranntsein" – als Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst, nicht als eigenständige Diagnose. In der Praxis mündet Burnout häufig in Depressionen oder Anpassungsstörungen und verursacht lange Ausfälle.
Warnsignale
Burnout entwickelt sich schleichend. Typische Dimensionen sind:
- Emotionale Erschöpfung – das Gefühl, ausgelaugt und kraftlos zu sein.
- Zynismus & Distanzierung – innere Abkehr von Arbeit und Kolleg:innen.
- Reduzierte Leistungsfähigkeit – das Gefühl, nichts mehr zu schaffen.
Verhältnis- vs. Verhaltensprävention
Wirksame Prävention unterscheidet zwei Ebenen:
- Verhältnisprävention setzt an den Arbeitsbedingungen an – Arbeitsintensität, Handlungsspielraum, Führung, Rollenklarheit. Das ist der zentrale Hebel des Arbeitgebers.
- Verhaltensprävention setzt am Individuum an – Stressmanagement, Resilienztrainings, Achtsamkeit. Sie ergänzt, ersetzt aber nicht die Verhältnisprävention.
Obstkörbe und Yoga-Kurse allein verhindern keinen Burnout, wenn die Arbeitsbedingungen krank machen. Die Ursachen liegen meist in der Verhältnisebene.
Wirksame Maßnahmen für Arbeitgeber
- Arbeitsintensität und Termindruck realistisch gestalten
- Handlungs- und Entscheidungsspielräume erweitern
- Rollen und Verantwortlichkeiten klären (Rollenkonflikte reduzieren)
- Gesunde Führung und Anerkennungskultur fördern
- Erreichbarkeit begrenzen und Erholungszeiten sichern
Die Gefährdungsbeurteilung als Präventionswerkzeug
Welche dieser Faktoren in einem konkreten Unternehmen tatsächlich belasten, lässt sich nicht raten – es muss gemessen werden. Genau das leistet die psychische Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG: Sie erfasst systematisch die psychischen Belastungsquellen und macht sie zur Grundlage gezielter Maßnahmen.
So wird aus einer gesetzlichen Pflicht das wirksamste Instrument der Burnout-Prävention. Mehr zur psychischen Gefährdungsbeurteilung →


