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Kernthemen 7 min Lesezeit

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Definition, Säulen & Einführung

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) verständlich erklärt: Definition, die drei Säulen (Arbeitsschutz, BEM, BGF), Abgrenzung zur BGF, Bausteine, Einführung in 5 Schritten und der gesetzlich verpflichtende Kern – die psychische Gefährdungsbeurteilung.

Patrick Kutzer
Gründer & BGM-Experte

TL;DR – Das Wichtigste in Kürze

  • BGM ist der strategische Rahmen, der alle gesundheitsbezogenen Aktivitäten im Unternehmen bündelt – es steht auf drei Säulen: Arbeitsschutz, betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
  • Anders als die freiwillige BGF enthält BGM auch gesetzlich verpflichtende Bausteine – allen voran die Gefährdungsbeurteilung inkl. psychischer Belastung (§5 ArbSchG)
  • Erfolgreiches BGM beginnt nicht mit Obstkörben, sondern mit einer belastbaren Datengrundlage – der Gefährdungsbeurteilung
  • Investitionen ins BGM senken Fehlzeiten und Fluktuation; Studien zeigen einen positiven Return on Investment

Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist der strategische Rahmen, mit dem ein Unternehmen alle Aktivitäten rund um die Gesundheit der Beschäftigten systematisch plant, steuert und überprüft. Ziel ist, Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Belegschaft dauerhaft zu erhalten und gleichzeitig Fehlzeiten und Fluktuation zu senken.

Wichtig ist die Abgrenzung: BGM ist kein einzelnes Angebot, sondern das Gesamtsystem, das einzelne Maßnahmen koordiniert und an Unternehmenszielen ausrichtet.

Die drei Säulen des BGM

BGM stützt sich auf drei tragende Säulen:

  • Arbeitsschutz & Arbeitssicherheit: die gesetzlich verpflichtende Basis nach ArbSchG – inklusive der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung.
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): die verpflichtende Wiedereingliederung nach längerer Krankheit (§167 SGB IX).
  • Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): die freiwilligen, fördernden Angebote – von Bewegung über Ernährung bis Stressmanagement.
Merksatz: Arbeitsschutz und BEM sind Pflicht, BGF ist Kür. BGM bringt alle drei unter ein gemeinsames Dach.

BGM oder BGF? Der häufigste Irrtum

Viele Unternehmen setzen „BGM" mit Obstkörben, Yoga-Kursen und Schrittwettbewerben gleich – das ist jedoch nur die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Echtes BGM beginnt nicht mit Einzelaktionen, sondern mit einer belastbaren Analyse: Fehlzeitenauswertung, Mitarbeiterbefragung und – als gesetzlich verpflichtende Datengrundlage – die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung.

Bausteine und Einführung in 5 Schritten

  • 1. Analyse: Fehlzeiten, Befragungen und die psychische Gefährdungsbeurteilung als Datenbasis.
  • 2. Ziele: messbare Ziele definieren (z. B. Senkung psychisch bedingter Fehltage).
  • 3. Maßnahmen: aus den Daten abgeleitete, priorisierte Maßnahmen statt Gießkanne.
  • 4. Umsetzung: mit klaren Verantwortlichkeiten und Ressourcen.
  • 5. Wirksamkeitskontrolle: regelmäßige Überprüfung und Nachsteuerung.

Der Pflichtkern jedes BGM: die psychische Gefährdungsbeurteilung

Wer ein BGM aufbaut, sollte mit dem beginnen, was ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist und gleichzeitig die beste Datengrundlage liefert: der psychischen Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG. Sie deckt systematisch auf, wo psychische Belastungen entstehen – und liefert damit genau die Erkenntnisse, auf denen ein wirksames BGM aufbaut.

So wird aus einer Pflichtaufgabe der strategische Startpunkt des gesamten Gesundheitsmanagements. Mehr zur psychischen Gefährdungsbeurteilung →

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der übergeordnete strategische Rahmen, der Arbeitsschutz, BEM und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) steuert. Die BGF ist eine Säule davon und umfasst die freiwilligen, fördernden Maßnahmen (z. B. Bewegungs- und Ernährungsangebote). BGM ist also das Gesamtsystem, BGF ein Teil davon.

Ist betriebliches Gesundheitsmanagement gesetzlich Pflicht?

BGM als Gesamtkonzept ist nicht als solches vorgeschrieben, enthält aber verpflichtende Bestandteile: Der Arbeitsschutz inkl. Gefährdungsbeurteilung (§5 ArbSchG, einschließlich psychischer Belastung) und das BEM (§167 SGB IX) sind gesetzlich verpflichtend. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist dagegen freiwillig.

Wo fängt man bei der BGM-Einführung an?

Am Anfang steht die Analyse: Fehlzeiten, Mitarbeiterbefragungen und insbesondere die gesetzlich ohnehin verpflichtende Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung liefern die Datengrundlage. Erst auf dieser Basis lassen sich wirksame Maßnahmen ableiten – statt mit unkoordinierten Einzelaktionen zu starten.

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