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Compliance & Pflicht Stand: 2026-08-24

GB Psych in deutschen Betrieben: die belegten Quoten (2018 und 2023/24)

47,4 % der im GDA-Aufsichtsprogramm besichtigten Betriebe hatten keine Gefährdungsbeurteilung.

Zu dieser Frage gibt es zwei belegte Kennzahlen mit unterschiedlicher Bezugsgröße, die nicht verwechselt werden dürfen. Erstens: Der GDA-Abschlussbericht zum Arbeitsprogramm Psyche wertete 12.975 Revisionsdatensätze aus Betriebsbesichtigungen 2013 bis 2018 aus; der Bericht selbst spricht von nahezu 13.000 aufgesuchten Betrieben. 47,4 % der besichtigten Betriebe verfügten nach Einschätzung des Aufsichtspersonals über keine Gefährdungsbeurteilung. Der Bericht hält ausdrücklich fest, dass die besichtigten Betriebe keine Zufallsstichprobe sind und eine Prognose für alle Betriebe in Deutschland auf dieser Grundlage nicht möglich ist. Zweitens: Die GDA-Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/24 befragte 3.817 Betriebe. Bezogen auf alle Betriebe führen 68 % eine Gefährdungsbeurteilung durch (2015: 52 %), und 65 % der Betriebe mit Gefährdungsbeurteilung beziehen psychische Belastung mit ein. Eine direkt ausgewiesene Quote für den Anteil aller Betriebe mit GB Psych nennt keine der beiden Quellen.

47,4 %

Besichtigte Betriebe ohne Gefährdungsbeurteilung (GDA-Aufsichtsprogramm Psyche 2013–2018, keine Zufallsstichprobe)

47,4 %

ohne Gefährdungsbeurteilung

Bezugsgröße: besichtigte Betriebe, GDA-Abschlussbericht Psyche 2013–2018

5,3 %

Bewertung „sehr gut“

Bezugsgröße: besichtigte Betriebe, GDA-Abschlussbericht Psyche 2013–2018

68 %

mit Gefährdungsbeurteilung

Bezugsgröße: alle Betriebe, GDA-Betriebsbefragung 2023/24

65 %

davon einschließlich psychischer Belastung

Bezugsgröße: Betriebe mit Gefährdungsbeurteilung, GDA-Betriebsbefragung 2023/24

Zwei Kennzahlen, zwei Bezugsgrößen

Zur Verbreitung der GB Psych kursieren zwei Zahlen, die sich nur scheinbar widersprechen. Sie messen Unterschiedliches. Die eine bezieht sich auf Betriebe, die das Aufsichtspersonal im GDA-Arbeitsprogramm Psyche aufgesucht hat, die andere auf alle Betriebe in Deutschland. Wer beide Zahlen nebeneinanderstellt, muss die Bezugsgröße mitnennen.

Aufsichtsdaten 2013 bis 2018: 47,4 % ohne Gefährdungsbeurteilung

Der GDA-Abschlussbericht zum Arbeitsprogramm Psyche wertete 12.975 Revisionsdatensätze aus Betriebsbesichtigungen aus (11.167 Erst-, 1.184 Zweitrevisionen, 124 nicht zuordenbar; die Teilzahlen ergeben im Bericht 12.475), nicht 12.975 einzelne Betriebe. Das Aufsichtspersonal bewertete, ob die Gefährdungsbeurteilung die psychische Belastung angemessen abdeckt. Betriebe mit der Bewertung „ausreichend“ oder schlechter können laut Bericht keine Gefährdungsbeurteilung vorweisen. Zusammengenommen sind das 47,4 % der besichtigten Betriebe. Der Bericht schränkt selbst ein: die aufgesuchten Betriebe sind keine Zufallsstichprobe, eine Prognose für die Gesamtverteilung der Betriebe in Deutschland ist auf dieser Grundlage nicht möglich.

Ist die Gefährdungsbeurteilung psychisch angemessen? (Einschätzung der Aufsicht, % der besichtigten Betriebe)
Sehr gut5.3 %Gut28.3 %Befriedigend17.3 %Ausreichend12.4 %Mangelhaft18.2 %Ungenügend16.8 %
Datenquelle: GDA-Abschlussbericht Arbeitsprogramm Psyche 2013–2018, Abb. 3.2

Die drei hervorgehobenen Balken ergeben zusammen die 47,4 %. „Mangelhaft“ und „ungenügend“ allein machen 35,0 % aus, „sehr gut“ und „gut“ zusammen 33,6 %.

Repräsentative Befragung 2023/24: 68 % mit Gefährdungsbeurteilung

Die GDA-Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/24 befragte zwischen September 2023 und Juni 2024 bundesweit 3.817 Betriebe und 3.824 Beschäftigte. Bezogen auf alle Betriebe führen 68 % eine Gefährdungsbeurteilung durch, 2015 waren es 52 %. Bei Kleinstbetrieben bis 9 Beschäftigten stieg der Anteil von 42 % auf 61 %, bei Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten von 71 % auf 85 %. Gefährdungen durch psychische Belastung werden von 65 % der Betriebe mit Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt.

Quellen

  1. 1

    Abschlussbericht zum GDA-Arbeitsprogramm Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung

    Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie, 2018

    12.975 Revisionsdatensätze aus Betriebsbesichtigungen, nicht eindeutig einzelne Betriebe (11.167 Erst-, 1.184 Zweitrevisionen, 124 nicht zuordenbar; die Teilzahlen ergeben im Bericht 12.475, die Differenz bleibt dort ungeklärt); der Bericht spricht von nahezu 13.000 aufgesuchten Betrieben. Bezugsgröße der Quote: die besichtigten Betriebe, laut Bericht keine Zufallsstichprobe und nicht auf alle Betriebe hochrechenbar.

    Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24
  2. 2

    GDA-Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/24 - Befragung zeigt deutlichen Fortschritt, aber auch Nachholbedarf

    Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) für die GDA-Träger, 2025

    3.817 Betriebe und 3.824 Beschäftigte, Erhebung September 2023 bis Juni 2024. Bezugsgröße: alle Betriebe in Deutschland. 68 % mit Gefährdungsbeurteilung, davon 65 % einschließlich psychischer Belastung.

    Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24
  3. 3

    Betriebsbefragung zur Organisation und Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen

    DGUV forum 9/2025, 2025

    Nach Betriebsgröße: Kleinstbetriebe bis 9 Beschäftigte 61 % mit Gefährdungsbeurteilung (2015: 42 %), 10 bis 49 Beschäftigte 85 % (2015: 71 %).

    Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24

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Weiterführend

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