AU-Tage durch psychische Erkrankungen: die belegten Kennzahlen 2024
DAK: 342 Fehltage je 100 Beschäftigte durch psychische Erkrankungen (2024).
Psychische Erkrankungen verursachen lange Krankheitsausfälle. Die DAK weist für 2024 342 Fehltage je 100 Beschäftigte aus, Bezugsgröße sind 2,42 Mio. DAK-versicherte Erwerbstätige. Der Vorjahreswert liegt bei 341 Fehltagen. Für den Zehnjahresvergleich nennt die DAK einen Anstieg um 52 % von 2013 auf 2023 (213 auf 323 Fehltage je 100 Versicherte, alte Methodik). Ab dem Datenjahr 2024 rechnet die DAK nach der Leitdiagnose und hat die Vorjahreswerte rückwirkend neu berechnet, Werte vor 2023 sind deshalb nicht direkt anschlussfähig. Die BAuA weist für 2024 bundesweit 147,3 Mio. AU-Tage der Diagnosegruppe F00 bis F99 aus, das sind 16,7 % aller AU-Tage.
Fehltage je 100 Beschäftigte durch psychische Erkrankungen (DAK Psychreport 2025, Datenjahr 2024)
Fehltage je 100 Beschäftigte (2024)
DAK Psychreport 2025, 2,42 Mio. DAK-versicherte Erwerbstätige
Anstieg der Fehltage 2013 bis 2023
DAK Psychreport 2024, 213 auf 323 je 100 Versicherte
Anteil aller AU-Tage (F00 bis F99)
Bezugsgröße: alle Arbeitnehmenden in Deutschland, BAuA, Datenjahr 2024
AU-Tage psychisch Deutschland 2024
BAuA, Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024
Vier Quellen, vier Bezugsgrößen
Zahlen zu psychisch bedingten Fehlzeiten stammen aus unterschiedlichen Datenbasen mit unterschiedlichen Populationen. Zwei Werte aus zwei Quellen sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Die BAuA rechnet auf alle Arbeitnehmenden in Deutschland hoch, die Kassenreports decken jeweils nur die eigenen Versicherten ab.
- BAuA, alle Arbeitnehmenden in Deutschland, Datenjahr 2024: 881,5 Mio. AU-Tage insgesamt, davon 147,3 Mio. in der Diagnosegruppe F00 bis F99, das sind 16,7 % aller AU-Tage
- DAK, erwerbstätige DAK-Versicherte, Datenjahr 2024: 342 Fehltage je 100 Beschäftigte, Vorjahr 341. Diese Kennzahl misst Fehltage je 100 Versicherte, nicht einen Anteil an allen AU-Tagen
- BARMER, 3,61 Mio. Erwerbspersonen von 15 bis 64 Jahren, Datenjahr 2024: 480 Fehltage je 100 Versicherungsjahre durch psychische und Verhaltensstörungen, ein Zuwachs um 7,2 % gegenüber 2023
- TK, berufstätige TK-Versicherte, Datenjahr 2024: 328 AU-Tage je 100 Versicherungsjahre unter der Diagnose psychischer Störungen
- BKK, beschäftigte BKK-Mitglieder (Pflicht- und freiwillige zusammen), Datenjahr 2023: 16,7 % aller AU-Tage und 5,1 % aller AU-Fälle. Psychische Diagnosen sind also selten, ziehen aber lange Ausfallzeiten nach sich
Der Trend ist anhaltend, der Zehnjahresvergleich hat einen Methodenbruch
Die DAK nennt für den Zehnjahresvergleich einen Anstieg der Fehltage um 52 % von 2013 bis 2023, von 213 auf 323 Fehltage je 100 Versicherte. Ab dem Datenjahr 2024 rechnet die DAK nach der Leitdiagnose und hat die Werte für 2023 rückwirkend neu berechnet, von 323 auf 341. Die DAK hält im Psychreport 2025 ausdrücklich fest, dass der Report deshalb keine lange Zeitreihe enthält, und hat eine eigene Meldung zurückgezogen, die auf einem Vergleich neuer mit alter Methodik beruhte. Werte vor 2023 dürfen mit den 342 Fehltagen aus 2024 nicht verrechnet werden.
Was den Anstieg treibt
- Höhere Sensibilisierung und Diagnoseraten, psychische Belastung wird seltener verschwiegen
- Verschiebung von somatischen zu psychosozialen Diagnosen bei Langzeit-AU
- Strukturelle Faktoren: Arbeitsverdichtung, Schichtarbeit, ständige Erreichbarkeit
- Diese Erklärungsansätze sind in der Fachdiskussion verbreitet, ihr jeweiliger Anteil am Anstieg ist nicht quantifiziert
Quellen
- 1
DAK Psychreport 2025
DAK-Gesundheit, 2025
Datenjahr 2024. Bezugsgröße: 2,42 Mio. DAK-versicherte Erwerbstätige, alters- und geschlechtsstandardisiert. Wörtlich: 342 Fehltage je 100 Beschäftigte, Vorjahr 341. Der Report enthält ausdrücklich keine lange Zeitreihe, weil die Umstellung auf die Leitdiagnose einen Vergleich mit Werten vor 2023 unzulässig macht.
Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24 - 2
BARMER Gesundheitsreport 2025
BARMER, 2025
Datenjahr 2024. Bezugsgröße: 3,61 Mio. BARMER-versicherte Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 64 Jahren. Fehltage durch psychische und Verhaltensstörungen 448 auf 480 je 100 Versicherungsjahre, ein Zuwachs um 7,2 % gegenüber 2023.
Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24 - 3
TK Gesundheitsreport 2025
Techniker Krankenkasse, 2025
6,0 Mio. Mitglieder, davon 5,95 Mio. Erwerbspersonen im Jahresmittel 2024. Psychische Störungen: 328 AU-Tage je 100 Versicherungsjahre bei Berufstätigen. Die ebenfalls genannten 19,1 AU-Tage je Erwerbsperson gelten für alle Diagnosen zusammen, nicht für psychische Diagnosen.
Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24 - 4
Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), 2025
Datenjahr 2024, Bezugsgröße: alle Arbeitnehmenden in Deutschland, hochgerechnet aus 32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahren. F00–F99: 147,3 Mio. AU-Tage = 16,7 % aller 881,5 Mio. AU-Tage; 22,5 Mrd. € Produktionsausfall, 38,0 Mrd. € Ausfall an Bruttowertschöpfung (Tab. 1 und 2).
Quelle öffnen Abgerufen: 2026-08-24 - 5
WIdO Fehlzeiten-Report 2024
Wissenschaftliches Institut der AOK, 2024
Quelle öffnen Abgerufen: 2026-05-07
Wir verwenden Originalquellen deeplinkfähig. Diagramme zeichnen wir aus den Daten neu, keine 1:1-Übernahmen. Bei Statista-Daten wird die zugrundeliegende Primärquelle (z. B. WIdO, AOK) explizit benannt.
Weiterführend
Verwandte Datensätze
Burnout-Last AOK 2024
186,0 Tage · AU-Tage je 1.000 AOK-Mitglieder, Diagnosegruppe Z73 (WIdO Fehlzeiten-Report 2025, Datenjahr 2024)
Kosten je AU-Tag
152 € · Produktionsausfall je AU-Tag (BAuA, Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit, Datenjahr 2024)
Verbreitung GB Psych
47,4 % · Besichtigte Betriebe ohne Gefährdungsbeurteilung (GDA-Aufsichtsprogramm Psyche 2013–2018, keine Zufallsstichprobe)
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